MWC 2026: Drohender RAM-Mangel setzt Billig-Smartphones unter Druck

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Der weltweite Mangel an RAM-Speicher hat bereits sprbare Auswirkungen auf den Smartphone-Markt. Besonders gnstige Gerte stehen unter Druck, da Hersteller gezwungen sind, ihre Produktion zu reduzieren oder Preise zu erhhen. Analysten warnen vor einer anhaltenden Krise, die den Preisanstieg im Budget-Segment weiter anheizen knnte.
MWC 2026: Drohender RAM-Mangel setzt Billig-Smartphones unter Druck

Die fortschreitende Entwicklung der KI-Infrastruktur hat zu einem drastischen Anstieg des Speicherbedarfs geführt, was die Preise für RAM-Komponenten stark nach oben getrieben hat. Analysten warnen, dass diese Engpässe die Produktionskosten erhöhen und damit die Endpreise von Smartphones steigen lassen könnten. Aktuelle Berichte zeigen, dass insbesondere Hersteller günstigerer Smartphones gezwungen sein könnten, ihre Produktion zu reduzieren oder zeitweise komplett auszusetzen.

Die International Data Corporation (IDC) prognostiziert, dass die weltweiten Smartphone-Lieferungen bis 2026 voraussichtlich um rund 13 % im Vergleich zum Vorjahr zurückgehen werden. Francisco Jeronimo, Vizepräsident für weltweite Client-Geräte bei IDC, bezeichnete die Situation als einen „tsunamigroßen Schock“ in der Speicherlieferkette, der die gesamte Konsumelektronikbranche betreffe.

Während des MWC 2026 erklärte Jeronimo, dass die Auswirkungen zunächst kaum spürbar seien. Im ersten Quartal blieben die Smartphone-Verkäufe weitgehend stabil, da Händler Vorräte anhäuften. Ab dem zweiten Quartal, zwischen April und Juni, wird jedoch erwartet, dass die Speicherknappheit die Produktion deutlich einschränkt.

Bereits jetzt steigen die Preise für Smartphones. So wurden das Samsung Galaxy S26 und S26 Plus mit einem Aufschlag von jeweils 100 USD im Vergleich zu ihren Vorgängermodellen eingeführt, während der Mindestspeicher von 128 GB auf 256 GB erhöht wurde. Laut Anshel Sag, Principal Analyst bei Moor Insights & Strategy, wird das Premiumsegment weniger betroffen sein als die preisgünstigen Modelle, die in großen Stückzahlen produziert werden.

Chinesische Hersteller erhöhen bereits ihre Preise, da die RAM-Kosten laut einem Bericht von Counterpoint Research Ende Februar das Dreifache des Vorjahresniveaus erreicht haben. Günstige Smartphones mit ohnehin niedrigen Gewinnspannen könnten dadurch unrentabel werden. Jeronimo erläuterte, dass einige Anbieter überlegen, sich komplett aus dem Budgetsegment zurückzuziehen, da ein Smartphone für 150 USD, bei dem die Hälfte des Preises für Speicher aufgewendet wird, keinen Gewinn mehr abwirft. Ein Wegfall des günstigsten Segments könnte rund 10 % des globalen Marktes betreffen.

Die Speicherknappheit wirkt sich bereits auf die Preisgestaltung kommender Geräte aus. Auf dem MWC 2026 wurden mehrere Smartphones vorgestellt, deren Verkaufspreise noch offen waren, darunter das Unihertz Titan 2 Elite. Vor der RAM-Krise war es üblich, Preise Wochen oder Monate vor der Markteinführung festzulegen. Aufgrund des Engpasses könnte es jedoch zu späteren Preiserhöhungen kommen, da nicht genügend RAM verfügbar ist, um die erste Charge zum ursprünglichen Preis auszuliefern.

Ein aktuelles Beispiel ist das Xiaomi 17, das mit einem Preis von 999 Euro vorgestellt wurde. Jeronimo erklärte, dass der Endpreis im Geschäft in vielen Fällen um rund 100 Euro höher liegen könnte als auf der Bühne angekündigt.

Im Gegensatz zu vergangenen finanziellen Schwankungen und Zöllen, die von Herstellern weitgehend aufgefangen wurden, ist die RAM-Knappheit unumgänglich. Jeronimo betonte, dass es keine kurzfristige Lösung gibt, da der Aufbau zusätzlicher Produktionskapazitäten zwei bis drei Jahre dauern würde. IDC prognostiziert jedoch, dass die Krise anderthalb bis zwei Jahre anhalten könnte, solange kleinere Hersteller die Speicherproduktion nicht ausweiten.

Ein Vorschlag, den RAM-Bedarf pro Generation zu reduzieren, wurde verworfen. Zwar wäre weniger Speicher kostengünstiger, würde jedoch die Nutzererfahrung deutlich verschlechtern, was zu Rückgaben durch Händler führen könnte. RAM wird nicht nur für KI-Anwendungen benötigt, sondern auch für das gleichzeitige Ausführen mehrerer Apps.

Große Speicherhersteller äußern sich derzeit nicht öffentlich zur Knappheit und beantworten auf Presseveranstaltungen keine Fragen zu diesem Thema. Die steigenden Smartphone-Preise könnten jedoch dazu führen, dass Verbraucher länger bei ihren aktuellen Geräten bleiben. Dipanjan Chatterjee, Vizepräsident bei Forrester, empfiehlt Herstellern, dies durch Diversifizierung ihrer Einnahmequellen und zusätzliche Funktionen auszugleichen. Apple verfolgt dies bereits durch den Ausbau seiner Serviceangebote, während Samsung beim Galaxy S26 Speichererweiterungen mit Preisaktionen kombiniert, um den Preisanstieg abzufedern.

Neben der RAM-Knappheit treiben auch andere Faktoren die Preise in die Höhe. Globale Instabilitäten, wie der Krieg im Nahen Osten, erhöhen die Transportkosten, da Lieferungen umgeleitet werden müssen. Auch allgemeine Komponentenpreise steigen.

Die gute Nachricht ist, dass diese Preiserhöhungen nicht dauerhaft sein werden. Mit der Verlangsamung der KI-Entwicklung und der steigenden Speicherproduktion dürften sich die Preise stabilisieren, wenn auch nicht auf das Niveau vor der Krise zurückkehren. Jeronimo betonte, dass ein vollständiges Zurückkehren der RAM-Preise auf das Niveau des Vorjahres nicht zu erwarten sei.

Author: David Lumb

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