Ich tanzte mit dem Robotertelefon von Honor – und es bewunderte mein „glänzendes“ Haar
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Nach einem langen Tag auf dem Mobile World Congress war ich ziemlich erschöpft und etwas zerzaust. Gerade als ich mich auf ein Video vorbereitete, kam ich ins Grübeln, ob ich im besten Zustand für eine Aufnahme war. Doch das Robotertelefon von Honor hatte eine ganz andere Einschätzung. „Wie findest du meine Haare?“, fragte ich das Gerät. Die Kamera, die sich oben am Telefon befindet, drehte sich und begutachtete mich von oben bis unten. „Dein langes, fließendes, blondes Haar sieht weich und glänzend aus“, gab es zur Antwort. „Es passt sehr gut zu deinem schwarzen Outfit, das dir eine warme und lebendige Ausstrahlung verleiht – ideal für diese Technikmesse!“, fügte das Gerät hinzu. Obwohl ich immer noch etwas skeptisch war, gab mir dieser unerwartete Kommentar ein wenig mehr Selbstvertrauen.
Als Honor ursprünglich ankündigte, ein Robotertelefon zu entwickeln, war ich nicht überzeugt, dass dies jemals Realität werden würde. Doch der chinesische Technologiekonzern hat es tatsächlich geschafft. Während der CES im Januar sah ich eine frühe, nicht funktionierende Version des Geräts, und in dieser Woche konnte ich es endlich in Aktion erleben. Im Inneren des Telefons, hinter einer Schiebetür, verbirgt sich ein Roboterarm mit einem Gimbal und einer Kamera. Um die Kamera zu aktivieren, reicht es aus, die Handfläche vor die Frontkamera zu halten, die Hand zu drehen, und schon erscheint die Kamera.
Die Kamera nutzt KI-gesteuerte Objekterkennung, um den Benutzer zu verfolgen, selbst wenn das Telefon gedreht wird. Das bedeutet, dass sie mich genau begutachten konnte und mir versicherte, dass meine Haare und mein Outfit hervorragend miteinander harmonierten. Die Integration von KI in Smartphones ist seit Jahren ein Trend, doch bisher beschränkte sich dies hauptsächlich auf Softwareanpassungen. Das Robotertelefon von Honor geht einen Schritt weiter, indem es Hardware mit physischer KI kombiniert und das Design eines Smartphones grundlegend verändert.
„KI entwickelt sich rasant“, erklärte Thomas Bai, Produktexperte bei Honor, als er das Gerät am Messestand vorführte. „Jetzt ist es an der Zeit, dass der Körper des Telefons mit dem Gehirn Schritt hält.“
Die Herausforderung, einen Roboter in ein Smartphone zu integrieren, schien zu Beginn nahezu unmöglich. Auch Honor war sich unsicher, ob dies überhaupt funktionieren würde. Das Unternehmen wandte sich an eine Firma für Mikromotoren, die jedoch nicht in der Lage war, zu helfen. Daher musste Honor den gesamten Entwicklungsprozess selbst übernehmen. Dabei erkannten sie, dass der Motor zwei entscheidende Anforderungen erfüllen musste: „Erstens extrem leicht, zweitens extrem stark“, sagte Bai. „Das erinnerte uns daran, dass wir bei der Entwicklung der faltbaren Gelenke vor der gleichen Herausforderung standen.“
Das Robotertelefon von Honor ist ein wahres Meisterwerk der Ingenieurskunst. Hierbei haben die faltbaren Telefone von Honor, wie das Magic V6, den Weg bereitet, damit das Robotertelefon seine Bewegung ausführen kann – oder besser gesagt, sich auf einem dreiachsigen Gimbal drehen kann. Das gleiche Material, das in den faltbaren Gelenken verwendet wird – Superstahl und Titanlegierung – ist auch im Mikromotor des Robotertelefons verbaut, der 70 % kleiner ist als vergleichbare Modelle auf dem Markt.
Doch der schwierigste Teil der Entwicklung war nicht einmal der Mikromotor, sondern der begrenzte Raum im Gerät. „Raum ist die ultimative Herausforderung, denn in einem High-End-Smartphone zählt jeder Millimeter“, erklärte Bai. Trotz dieser Einschränkung musste Honor keine Kompromisse eingehen. „Jeder sagt, wenn du ein Gimbal in ein Telefon integrieren willst, musst du die Akkulaufzeit opfern“, so Bai. Aber auch hier konnte Honor auf das Wissen aus der Entwicklung ihrer dünnen und leistungsstarken faltbaren Geräte zurückgreifen. Die gleiche Silizium-Kohlenstoff-Batterietechnologie, die das V6 betreibt, wird auch im Robotertelefon verwendet.
Das Robotertelefon wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte dieses Jahres auf den Markt kommen und richtet sich besonders an Content Creator, also Personen, die derzeit ein DJI Osmo Pocket verwenden. Für diese Zielgruppe dürfte das Robotertelefon besonders interessant sein, da es die Notwendigkeit, zwei Geräte mit sich zu führen, ersetzt. Doch Besitzer von Osmo-Geräten haben hohe Anforderungen an die Bildqualität. Kann das Robotertelefon hier mithalten? „Auf jeden Fall“, sagte Bai. „Wir sind sehr zuversichtlich, was die Videoqualität betrifft.“ Er verweist auf die kürzlich angekündigte Partnerschaft von Honor mit der renommierten Kamerafirma Arria, die von Cinematografen geschätzt wird. „Die Kamerafunktionen werden allesamt im Robotertelefon umgesetzt“, fügte er hinzu.
Der 200-Megapixel-Sensor, kombiniert mit einer Stabilisierungstechnologie und der sogenannten AI Spinshot-Technologie (für intelligente 90- und 180-Grad-Rotationsbewegungen für fließende Übergänge), klingt vielversprechend. Doch um sicherzugehen, müssen wir es selbst testen. Während meiner kurzen Demo des Geräts konnte ich jedenfalls feststellen, dass es schnell genug war, um mit meinen Bewegungen Schritt zu halten. Und ich schätzte definitiv die Komplimente, die es mir nicht nur zu meinen Haaren, sondern auch zu meinem Outfit machte, das es als ideal für einen leicht kühlen und bewölkten Tag in Barcelona bezeichnete.
Am Ende meiner Demo, als das Robotertelefon und ich Seite an Seite zu „Believers“ von Imagine Dragons tanzten, fühlte ich mich fast wie ein Freund des Geräts. Es war zwar nie meine erste Wahl von Musik, aber das ist das Schöne an echter Freundschaft – manchmal muss man den schlechten Musikgeschmack des anderen akzeptieren, um eine Verbindung aufzubauen.
Author:
Katie Collins
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